Για την Ανθολογία Νέων Αυστριακών Ποιητών, [μετάφραση Κατερίνα Λιάτζουρα] Βακχικόν 2019, της Μαργαρίτας Παπαγεωργίου / Über die Anthologie Junger Österreichischer Lyriker*innen, schreibt Margarita Papageorgiou
Lyrikanthologien sind immer von großem Interesse. In Bezug auf die Auswahl der Lyriker*innen oder/und ihrer Gedichte,aber auch auf diebeabsichtigte Zweckmäßigkeit der Anthologie und ihrer Funktionserwartung. Insofern sich eine Anthologie auch an ein fremdsprachiges Lesepublikum richtet, wie es sich zum Beispiel bei einer übersetzten Anthologie handelt, dann kommt man zu einem interlingualen und interkulturellen Dialog anhand der Literatur. Die Gedichte für die zweisprachige Anthologie Junger Österreichischer Lyriker*innen (vakxikon Verlag, 2019),haben Helmut A. Niederle, Präsident des Österreichischen PEN Clubs, und Elisabeth Erler ausgewählt. Im Vorwort meint Niederle, dass die jüngere Generation der deutschsprachigen Schriftsteller, nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, verpflichtet sei«Worte zu finden, die das Unvorstellbare und jede Form der Humanität Missachtende in etwas Benennbares zu wandeln». In unserem Zeitalter gehen die Herausforderungen vom «digitalen Faschismus» hervor, so bezeichnet Helmut A. Niederle die Sprache der Medien und der Politik, sowie auch die Sprachmanifestationen des Demokratieversagens.Was die Absicht der Anthologie betrifft «erscheinen die vorliegende Auswahl anGedichten der jüngeren Generation österreichischer Lyriker als blickende Warnlichter vor einem politischen System, das als frei getarnt einen Zwangscharakter huldigt wie es ihn zuvor nie gegeben hat. Wiederum handelt es sich um einen literarischen Aufbruch, der zu einem geistigen Raum führt, diesen entwirft und markiert. Diese Gedichte sind nicht vordergründig oppositionell, sondern versuchen mit der gezielt gesetzten Wortwahl zu verführen. Diese Gedichte sind der Autonomie des Menschen, dessen Selbstbestimmung und der Freiheit und all dem, was damit eingeht, verpflichtet».
In der vorliegenden Anthologie wird die zeitgenössische österreichische Lyrik von acht jungen Lyriker*innen vertreten (alle wurden zwischen 1970 und 1991 geboren), von vier Männern und vier Frauen, mit jeweils fünf Gedichten: Michael Beisteiner, Mario Keszner, WofgangMillendorfer, Sophie Reyer, Cristian Teissl, Marlies Thuswald, Katharina Tiwald und Cornelia Travnicek.
Katharina Liatzoura, die Übersetzerin dieser Anthologie, hat die Gedichte mit energievoller Übersetzungsdynamik ins Griechische transferiert. Klangvoll und fließend sind die sprachlichen Besonderheiten, jeder der acht poetischen Stimmen, in die griechische Sprache übertragen worden. Liatzouras Übersetzungsvermögen dürftedurch die bilinguale Wiedergabe der Gedichte,der Kritik deutschsprachiger Leser*innen unterzogen werden, da es zwischen Ausgangssprache und Zielsprache vor Ort vergleicht werden kann.
Die Anthologie Junger Österreichischer Lyriker*innen ist Teil des zielstrebigen europäischen Projekts, das der Vakxikon Verlag, mit Geschäftssitz in Athen, in Griechenland, fördert. Bei diesem Vorhaben nehmen Dichter und Dichterinnen aus ganz verschiedenartigen Sprachfeldern Europas teil, die bis 40 Jahre alt sind und 1 bis 3 Lyrikbände veröffentlicht haben.
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