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Κυκλοφόρησε στη Γερμανία η Ανθολογία ποιημάτων της Κατερίνας Αγγελάκη Ρουκ σε μετάφραση Dirk Uwe Hansen & Γιώργου Καρτάκη με επίλογο του Σπύρου Αραβανή.

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Για να γεννηθεί ένα ποίημα θέλει
να το γεννήσει μια πληγή.
Damit ein Gedicht entstehen kann,
muss es eine Wunde geben.

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GESCHICHTEN VON AUGEN

Die Augen lieben es,
sich den kleinsten Falten
der sichtbaren Welt zu widmen,
während die Werkstatt im Inneren
die Bilder zu Engeln erklärt,
oder zu Abschiedskarten
mit Pinien darauf.
Die Augen reisen
festgeschraubt an den Körper,
mitgerissen von seiner Geschwindigkeit.
Sie widersetzen sich halbherzig,
aber folgen dann doch
und suchen andere neue Blicke,
bis allmählich auch das Gedicht
überzeugt wird
und beginnt,
sein neues Gesicht zu zeigen.
Wenn sie alt werden,
verweilen die Augen bei einer Wolke
in der Oberfläche einer Pfütze,
die glänzt
und sie fortführt
von der Schönheit der Landschaften
und den braunen Ebenen deiner Pupillen
an einen Ort,
an dem das Auge die Welt ist,
sieht und gesehen wird,
und es ist wie ein Spinnennetz,
das unter der Schädeldecke
schwebt.
(1978)


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ENGELHAFTE GEDICHTE

I
Der Engel ist innen mit Sternen bedeckt,
außen dunkel, damit er im Schwarz versinkt
und nicht gesehen werden kann.
Wenn die furchtbaren Winde vom Meer
mich knirschen lassen,
dann wird die zähe schwarze stofflose Substanz des Engels
zur Finsternis
in mir.
Dann, in einer einsamen Bewegung,
in der Leere des Fallens,
und obwohl ich keine Hoffnung habe auf das Licht,
entdecke ich den Himmel; er ist gewölbt,
wie ich ihn kannte,
nur dass er das Nichts einschließt,
statt der Pinie und dem Bild
des Sommers.
Und wie ich aus jenem Boot
den Arm bis zum Ellenbogen
ins Wasser stecke
mit der Schnelligkeit eines Vorübergehenden,
suche ich im Fleisch und Blut des Engels
nach dem Sitz Gottes.

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DIE EXZESSE DER ZUKUNFT

Jener Sommer wollte nicht kommen, wie ein Orgasmus,
der immer wieder aufgeschoben wird mitten in der Nacht.
Die Katze warf ihre Jungen an meinem Ohr, während
ich dalag und auf die Zukunft an der Decke starrte. Von
ihren Jungen und von meinen Phantasien tropfte Blut.
Ich betrachtete die Liebe als eine große Bestialität: Ein
gehäutetes Tier, das am Haken hängt. Ihr Schmerz und
ihre Lust, ganz und gar grundlos. Die Zukunft hält an
anderem fest und nicht an dem, wofür wir unser Leben
geben. Für die Chinesen befindet sich die Zukunft hinter
uns. Wie wenn du fährst und Rücken an Rücken mit dem
Fahrer sitzt. Dann ist die Vergangenheit, der Weg, den du
zurückgelegt hast, das einzige, was du vor dir hast. Und
außerdem werden wir den Fahrer niemals sehen. Niemals
werden wir bei oder mit dem Leben zusammen sein. Sein
Rücken wird unseren Rücken nur kurz wärmen, bis wir
unser Ziel erreichen.
(1982)
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DIE ERZÄHLUNG DES ICH
(VERSUCH EINER AUTOBIOGRAPHIE)

Prolog
Am Abend welkte mein Mund
zur Stunde, da ich rudernd in den Träumen schwamm,
verschlossen in der fleischfressenden Angst.
Meine glücklosen Lippen
hatte die scharfe Dunkelheit zerschnitten,
sie waren zerschlissen und hatten sich geöffnet
wie alte samtene Vorhänge.
Ich begriff, dass ihr wertvolles Fleisch
sich allmählich auflöste,
und dass ihr Abenteuer hier zuende ging.
Am Morgen wird vielleicht nichts mehr zu sehen sein
von ihrem Tod,
und doch werde ich wissen,
dass die beiden fest aufeinander gepresst
eben gerade die letzte Wildnis
eines purpurnen Lebens durchquert haben
und jenen einzigartigen Glanz der Feuchtigkeit
den ungeborenen Kindern als Erbe hinterlassen.
(1990)
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EXTROVERTIERTHEIT DES GESICHTS

Alles, was ich nicht sage, ist so gut verborgen,
dass nicht einmal meine Phantasie es finden könnte,
tief vergraben in der Stimme, in der Bewegung,
in der Bewunderung des Lebens.
Alles, was ich nicht sage, sind Sünden des Tastsinns,
als ich Angst hatte vor dem Berühren;
es geschah, weil ich das Wunder verehrte,
und das Verbrechen verschwieg.
So gut habe ich es verborgen, es genährt,
ermutigt, ein Gedicht zu werden,
das nicht einmal das Schweigen, das weiß, wie es
eintauchen kann
in die Dunkelheiten des Nichtgesagten,
sich vorstellen kann
einmal zu versiegeln,
was ich niemals sagen werde
und doch niemals vorhatte zu verbergen.
(2003)
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POETISCHES POSTSCRIPTUM

Die Gedichte können nicht mehr schön sein,
seit die Wahrheit hässlich geworden ist.
Die Erfahrung ist jetzt der einzige Körper der Gedichte,
und je reicher die Erfahrung wird,
desto mehr nährt und stärkt sich das Gedicht.
Meine Knie schmerzen
und ich kann mich der Dichtung nicht mehr
zu Füßen werfen,
nur meine erfahrenen Wunden kann ich ihr schenken.
Die Adjektive sind verblüht:
Ich kann jetzt nur noch mit meinen Phantasien
die Dichtung ausschmücken.
Und doch werde ich ihr dienen,
immer und solange sie mich will,
denn nur sie kann mich ein wenig
den verschlossenen Horizont meiner Zukunft
vergessen machen.
(2011)
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Η ποίηση της Αγγελάκη-Ρουκ χαρακτηρίζεται από έναν αποσταγμένο βιωματικό χωροχρόνο θέασης των εσωτερικών της τοπίων μέσω μιας φαινομενικά απτής-υλικής πραγματικότητας την οποία όμως επιτυγχάνει να μετουσιώσει σε μια εν πολλοίς φιλοσοφούσα μεταφυσική ποιητική πράξη. Η σωματική της αναπηρία εξαιτίας της ασθένειας του σταφυλόκοκκου, από την οποία προσεβλήθη σε βρεφική ηλικία –«Αντί γιʼ αστέρι μια ουλή έλαμπε πάνω απʼ τη γέννησή μου»– αποτελεί κομβικό σημείο στη γραφή της έχοντας αποκτήσει εκ ποιητικού προοιμίου τη συνείδηση ότι ««Για να γεννηθεί ένα ποίημα – ίσως και κάθε έργο τέχνης, αλλά εγώ μόνο αυτό γνωρίζω – θέλει να το γεννήσει μια πληγή. Το ποίημα είναι η ουλή. Πάνω στην ουλή πατάει το ποίημα, με το ποίημα γιατρεύεται η ψυχή». Το αισθησιακό πνεύμα είναι έκδηλο σε μεγάλο μέρος του έργου της το οποίο με το πέρασμα του χρόνο γίνεται ολοένα και πιο στοχαστικά λυρικό μεταπράττοντας τη βιωματική της δυναμική σε μιαν ενεργητική μνήμη που δεν αφήνει περιθώρια παθητικής νοσταλγίας, αλλά μιας συνειδητοποιημένης δημιουργικής απώλειας: «Ευγνωμονώ τις ελλείψεις μου/ ό,τι μου λείπει με προστατεύει/ από κείνο που θα χάσω».
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(Από τον Επίλογο)